Unsettling the Hegemonic Gaze: Translation and Transfer of Knowledge on Southeast Europe

(Pressetext der Südosteuropa-Gesellschaft e.V.)

Vom 28.04.2022, 09:30 Uhr bis 29.04.2022

Ort: Leibniz Institut für Ost- und Südosteuropa Forschung, Regensburg / Online

Der Workshop lädt die Teilnehmenden dazu ein, das Verhältnis zwischen Wissensproduktion und Sprache aus einer vergleichend transnationalen und europäischen Perspektive zu diskutieren.

Obwohl Wissenschaft zunehmend internationalisiert, vernetzt, auf kooperativen Austausch ausgerichtet ist, ist sie sowohl in ihrer Substanz als auch institutionell ökonomisch und soziopolitisch hierarchisch strukturiert. Diese Hierarchien lassen organisatorische, nationale und internationale Ungleichheiten erkennen, was sich bereits im Vorfeld des Prozesses der Kooperation zwischen europäischen Zentren und den Ländern der südosteuropäischen Peripherie niederschlägt.

Ein prominentes Beispiel sind die deutschsprachigen Südosteuropastudien, welche nicht zuletzt auch von dem Wunsch geprägt sind, die Europäisierung der Region zu fördern und den Wissenstransfer zwischen West und Ost zu öffnen. Doch wie nah kommen sich Anspruch und Wirklichkeit – mit Blick auf hegemoniale Selbstläufe der Geopolitik und die durch sie determinierten Strukturen der Produktion von Wissen? Und wie verhält es sich des Weiteren mit der Wissenszirkulation? Wer hat Zugang zu diesem Wissen? Wobei vor allem geschlossene Kreisläufe von Expertenwissen, das zwischen den Spezialisten zirkuliert, unterstellt werden.

Während des Workshops werden wir einerseits darüber nachdenken, wie die Besonderheiten der Europäisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften und die Hierarchien zwischen europäischen Regionen einige Wege für Forschung und Zusammenarbeit eröffnen und andererseits Wege ausschließen. Es gilt also, die Grenzen zu erkennen, welche Arten von Wissen über Südosteuropa als relevant anerkannt und unterstützt werden können. Nicht zuletzt richtet sich dieser Blick auch darauf, wie einheitlich oder unterschiedlich akademische Fachrichtungen mit Südosteuropabezug definiert werden und welches methodische Verständnis jeweils zugrunde gelegt und als relevant und richtungsweisend angesehen wird.

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