„Unsere Opfer - eure Täter“: Erinnerungskultur und Vergangenheitsbewältigung auf dem Balkan

(Pressetext der Südosteuropa-Gesellschaft e.V.)

Am 28.04.2022, 19:00 Uhr

Ort: Stadtmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Es diskutieren

  • Samir Beharić, Jugendaktivist aus Bosnien und Herzegowina, Forschungsbeauftragter beim Balkan Forum und Doktorand an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg 
  • Prof. Dr. Jasna Dragovic-Soso, Professorin für internationale Politik und Geschichte an der Goldsmiths University of London
  • Dr. Nicolas Moll, Historiker und Koordinator des Projekts "Memory Lab - Trans-European Exchange Platform on History and Remembrance", Sarajevo

Moderation

Viktoria Palm, Stellv. Geschäftsführerin der Südosteuropa-Gesellschaft, München

Zum Thema
Der gesellschaftliche Umgang mit der Kriegsgeschichte auf dem Balkan ist von einer stark polarisierten Erinnerungskultur geprägt. In den öffentlichen Diskursen der Länder werden oftmals gegensätzliche Täter-Opfer-Narrative propagiert mit einem starken Fokus auf der Leidensgeschichte der jeweils „eigenen“ Gruppe, während eine gemeinsame und grenzüberschreitende Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitung der Kriegsgeschichte ausbleiben. Solch kollektive Erinnerungen werden auch in den Familien häufig von Generation zu Generation weitergeben. Wenig überraschend führt daher das Gedenken an bestimmte Kriegsereignisse aus sehr unterschiedlichen Perspektiven häufig zu gesellschaftlichen und politischen Konflikten innerhalb und zwischen den Ländern des Balkans. Darüber hinaus wird die Geschichte des Balkans, obwohl integraler Bestandteil der Geschichte Europas, von westeuropäischen Geschichtsnarrativen und Erinnerungskulturen häufig ausgeblendet. 

Veranstaltung auf der Website der Südosteuropa-Gesellschaft e.V.