Live und direkt - Nachrichten aus dem Untergang

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Quelle: IOS Regensburg

11.11. | 18 Uhr

Teilnehmer*innen: Elfie Siegl (RIAS Berlin), Katja Gloger (Stern), Uwe Peter (Tribüne, Ost-Berlin)
Moderation: Susanne Schattenberg (Forschungsstelle Osteuropa)
In Kooperation mit dem EuropaPunktBremen
Zugang kostenlos
Online via Zoom – Anmeldung hier

Wie kann über Ereignisse berichtet werden, für die es keine Begriffe und keine historischen Vorbilder gibt? Vor diese Frage sahen sich Korrespondent*innen in Moskau gestellt, als es im Sommer 1991 zügig mit der Sowjetunion zu Ende ging.

Über die UdSSR zu berichten, war an sich schon schwierig genug. Akkreditierte Journalist*innen lebten in Moskau, durften sich offiziell frei bewegen – und waren doch auf besondere Art gefangen. Untergebracht in Wohnungen und Häusern, die nur für Ausländer*innen bestimmt waren, mussten sie aus den offiziellen Informationskanälen die größere Wahrheit der Ereignisse herauslesen. Zuhause warteten ein Publikum und eine Redaktion, die wiederum eigene Vorstellungen vom Realsozialismus hatten und die bedient werden mussten.

In dieser Veranstaltung werden drei Korrespondent*innen über ihre Erfahrungen aus dieser Zeit berichten. Elfie Siegl berichtete zunächst für RIAS Berlin aus Moskau, Katja Gloger schrieb für den Stern und Uwe Peter hatte bereits sechs Jahre für die Tribüne in Ost-Berlin gearbeitet, bevor er den Umzug in die sowjetische Hauptstadt machte, um von dort zu informieren. Alle drei waren, als sie in Moskau ankamen, um die dreißig Jahre alt, fertig ausgebildet und hatten darüber hinaus schon einige Berufserfahrung gesammelt. Doch während Elfie Siegl und Katja Gloger für westdeutsche Medien berichteten, schrieb Uwe Peter für eine Tageszeitung der DDR. Wie unterschied sich der berufliche Alltag von Journalist*innen aus dem sozialistischen Bruderland einerseits und dem kapitalistischen Westen andererseits? Wie konnte und sollte über den Zusammenbruch der Sowjetunion für diese spezifischen Leser*innenschaften berichtet werden? War der Fall der Berliner Mauer, der für sie besondere berufliche Konsequenzen mit sich gebracht hatte, auch schon eine Vorbereitung auf den monumentalen Umbruch zwei Jahre danach?

Gespräch mit anschließender Diskussion.

Veranstaltungsreihe "Крах [krach] 1991. Der Zerfall der Sowjetunion und seine Folgen"

Vor 30 Jahren, am Ende des Jahres 1991, zerfiel die Sowjetunion. Die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde, die Forschungsstelle Osteuropa, das Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam organisieren aus diesem Anlass die Veranstaltungsreihe "Крах [krach] 1991. Der Zerfall der Sowjetunion und seine Folgen" von 24. Oktober bis 16. Dezember 2021. Die Reihe richtet sich an eine breite Öffentlichkeit. Die Veranstaltungen sind – mit Ausnahme der Filmvorführungen – kostenlos besuchbar und online zugänglich. Alle Informationen und Zugangsdaten: www.Krach-1991.de

Veranstaltung auf der Website der Veranstaltungsreihe