Die Repräsentation mediterraner Hafenstädte inliterarischen Texten der romanischen Literaturen

(Pressetext der Universität Regensburg)

02.02.22 | Steffen Schneider (Graz)

Ringvorlesung Blinde Flecken im Raum. Das Mittelmeer aus multidisziplinärer undtranshistorischer Perspektive

Die CITAS-Ringvorlesung richtet sich nicht nur an die Studierenden der Geistes- und Sozialwissenschaften, sondern auch an die breite Öffentlichkeit. Die Vorträge werden von Wissenschaftler*innen der Universität Regensburg und des Leibniz Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) gehalten und bieten auch Gastreferent*innen eine Plattform.

„Vasto e diverso e insieme fisso“, so beschreibt der italienische Dichter Eugenio Montale die „legge rischiosa“ des Mittelmeers als Metapher für die conditio humana. Das Zitat kann auch als Metapher für die verschiedenen Forschungstraditionen dienen, in denen die Perspektive auf die Mittelmeerregion zwischen Einheit und longue durée einerseits, Fragmentierung und Asymmetrien andererseits schwankt. Wie gehen verschiedene Disziplinen mit einer mediterranen Welt um, die in den Worten von Moatti introuvable (unauffindbar/unerfindbar) ist, und wie begegnen sie der Notwendigkeit, der Bedeutung dieser Weltregion bis in die Gegenwart
gerecht zu werden?

Unsere Ringvorlesung nimmt ausgehend u. a. von Konzepten der Area Studies Themen, Menschen, Kulturen, Sprachen und Räume in den Blick, die bisher eher am
Rande der Mittelmeerforschung standen. Die Beiträge werfen aus mediterranistischer
Perspektive Schlaglichter auf vernachlässigte Phänomene, die auf diese Weise überhaupt erst sichtbar werden und deren breitere Resonanz damit in den Blick rückt. Stellt das Mittelmeer zwischen nationalstaatlich orientierten Ansätzen und der Betonung globaler Verflechtungen eine praktikable Mesoebene dar?

Als Vortragende sind Gäste aus verschiedenen Disziplinen, u.a. Geschichtswissenschaft, Sprach- und Kulturwissenschaften, Kulturanthropologie und Archäologie eingeladen. Die einzelnen Beiträge behandeln dabei Zeiträume, die von der Antike bis in die Gegenwart reichen. Diese breite Perspektive soll der gemeinsamen Diskussion über die Implikationen mediterranistischer Ansätze in der gegenwärtigen Forschungslandschaft dienen.

Die Ringvorlesung wird organisiert von Mitgliedern des CITAS-Netzwerkes MS ISLA an der Universität Regensburg in Kooperation mit der Mittelmeer-Plattform an der Universität Konstanz; sie richtet sich an Studierende, die Fachöffentlichkeit sowie alle weiteren Interessierten und ist als Hybridveranstaltung geplant, die sowohl vor Ort (Regensburg) als auch über Zoom verfolgt werden kann.

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