„was dringt durch die brennweite der zeit?“ Lyriklesung und Gespräch mit Maja Haderlap

20.11.2020, 18:00 Uhr

Literaturhaus Berlin Fasanenstraße 2310719 Berlin

Kooperationspartner: Literaturhaus Berlin

Maja Haderlap bringt Gedichte aus ihrem Buch langer transit zu Gehör. Sie evozieren vielgestaltige Orte, die sich zu imaginativ ausgestalteten Topographien zwischen Erinnerung und Begehren verdichten und von Selbstauslotungen und der fortwährenden Suche nach Sprache durchzogen sind. Wir sind eingeladen zu poetischen Durchquerungen konkret benannter Gedächtnisorte – ein sommertag über dem jaunfeld – vom Verschwinden gezeichneter grenzländer oder auch projektiver Sehnsuchtsorte:

„meine kleine sprache träumt sich
ein land, in dem sie wortnester baut
zum ausschwärmen über die grenzen,
die nicht ihre eigenen sind.“

Insbesondere die Gedichte über Gedichte – lebenesser, ozean und gedicht, gedicht und sinn, stummes gedicht – befragen Möglichkeiten und Grenzen von Sprache(n) und Literatur in der Hervorbringung spezifischer Erfahrungs- und Erinnerungsräume, führen vor, „wie sich / das gesagte ums gesehene bemüht.“ Dieses Gesprächsangebot der Texte greifen wir im Anschluss an die Lesung auf.

Anmeldung: www.literaturhaus-berlin.de

Maja Haderlap (* 1961 in Bad Eisen-kappel/Železna Kapla) studierte Theaterwissenschaft und Deutsche Philologie. Nach der Promotion arbeitete sie als Mitherausgeberin der Kärntner slowenischen Literaturzeitschrift mladje und Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt. Sie schreibt Lyrik, Prosa und Hörspiele in Slowenisch und Deutsch, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ingeborg Bachmann-Preis für Engel des Vergessens. Zuletzt erschien ihr Gedichtband langer transit.

Moderatorin Jacqueline Gutjahr arbeitet in der Abteilung Interkulturelle Germanistik an der Universität Göttingen. Sie beschäftigt sich mit dem Werk Maja Haderlaps.

Veranstaltungsflyer

Veranstaltungsreihe Shared Heritage – gemeinsames Erbe. Kulturelle Interferenzräume im östlichen Europa als Sujet der Gegenwartsliteratur auf der Website des BKGE