Ringvorlesung Global South | Ana Nenadović (Berlin) - Das Internet schlägt zurück: Das Internet als Raum feministischen Widerstands aus dem Globalen Süden

01.07.2021, 18:15-19:45

Ana Nenadović (Institute for Latin American Studies, FU Berlin)
Das Internet schlägt zurück: Das Internet als Raum feministischen Widerstands aus dem Globalen Süden


Während in den Sozialwissenschaften seit beinahe zwei Jahrzehnten eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Rolle des Internets im Globalen Süden und asymmetrischen Machtverhältnissen zwischen Globalem Norden und Süden im Internet stattfindet, befinden sich kulturwissenschaftliche Diskussionen über das Internet und den Globalen Süden als content creator noch im Anfangsstadium. Aktivist*innen und Künstler*innen aus dem Globalen Süden hingegen haben diesen überregionalen Raum bereits seit langem eingenommen, um ihre Botschaften und Werke zugänglich zu machen und um sich über geographische, linguistische und politische Grenzen hinweg zu vernetzen.

Im Fokus dieses Beitrags steht die Femisphere, das feministische Internet, und insbesondere feministische Blogs aus dem Globalen Süden. Diese werden als Medien zur Dekolonisierung und des Widerstands gegen eurozentrische, neokoloniale und patriarchale Diskurse gelesen. Nach der kurzen Vorstellung einiger Blogs aus Lateinamerika, der Karibik und Afrika werden kulturwissenschaftliche Ansätze zur Analyse der Femisphere geboten. Der Schwerpunkt hierbei liegt auf der Ebene des contents, des Inhalts. Es wird erläutert, mit welchen Texten und Bildern die Bloggerinnen arbeiten, auf welche Weise und zu welchem Zweck sie diese präsentieren.
Die CITAS-Ringvorlesung richtet sich nicht nur an die Studierenden der Geistes- und Sozialwissenschaften, sondern auch an die allgemiene Öffentlichkeit. Die Vorträge werden von Wissenschaftler*innen der Universität Regensburg und des Leibniz Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) gehalten und bietet auch Gastsprecher*innen eine Plattform.

Im Sommersemester 2021 wird die Ringvorlesung sich mit dem Thema "Rethinking Area Studies and Space from the 'Global South' |  Area Studies und Raum vom 'Globalen Süden' her neu denken" beschäftigen. Unter dem Link können sich Studierende für die Ringvorlesung einschreiben.

CITAS-RINGVORLESUNG, UNIVERSITÄT REGENSBURG, SOMMERSEMESTER 2021
DONNERSTAGS, 18-20 UHR

Area Studies und Raum vom 'Globalen Süden' her neu denken. Post/koloniale Perspektiven und glokale Herausforderungen
Koordinatorinnen: Prof. Dr. Anne Brüske und Joanna Moszczynska

Studierende können sich hier einschreiben: "Rethinking Area Studies and Space from the Global South |  Area Studies und Raum vom Globalen Süden her neu denken"

Zoom Zugang: https://uni-regensburg.zoom.us/j/69616083914

Area Studies sind ein per se interdisziplinärer, bedeutender Forschungsbereich, der fruchtbar dazu beitragen kann, Gesellschaften und Kulturen angesichts historischer und aktueller Globalisierungsprozesse zu verstehen. Allerdings haben die Area Studies auch aufgrund ihrer spezifischen Geschichte auch Kritik an ihren Methoden, Prämissen und Fokussierungen hervorgebracht. Denn trotz der Selbstreflexion der Area Studies angesichts ihres kolonialen und imperialistischen Erbes sind Stimmen aus den Weltregionen unterrepräsentiert geblieben, die traditionell ihr Gegenstand sind: Asien, Afrika und die Amerikas, aber auch Ost- und Südosteuropa. Um Kulturen und Gesellschaften in ihren glokalen Machtgefügen zu verstehen, ist zu fragen, wie Area Studies und Raum aus Sicht des ›Globalen Südens‹ zu konzeptualisieren sind und welche Rolle dabei z.B. virtuelle Räume spielen (können).

Thema der interdisziplinären Ringvorlesung ist insofern eine multiperspektivische Neuausrichtung der Area Studies und ihrer Raumkonzepte im Dialog mit dem ›Globalen Süden‹. Ziel der Veranstaltung ist es, die Notwendigkeit einer Revision bestimmter wissenschaftlicher und kultureller Paradigmen zu verdeutlichen und Wege für dialogische Neukonzeptualisierungen in der Wissensproduktion auszuloten.

Die interdisziplinäre und kulturübergreifende Vorlesungsreihe mit (inter)nationalen Expert*innen umfasst Fallstudien sowie theoretische Beiträge aus Sozialanthropologie, Museumswissenschaft, Geschichtswissenschaft, Soziologie, Linguistik sowie Kultur-, Literatur- und Medienwissenschaft. Neben Spezialist*innen aus Regensburg tragen in der Reihe u.a. vor: Ciraj Rassool (University of the Western Cape, South Africa), Sérgio Costa (Lateinamerika-Institut Berlin), Sinah Kloß (Dependency and Slavery Studies, Universität Bonn), Silke Jansen (FAU Erlangen), Ana Nenadovic (Lateinamerika-Institut Berlin) und Johannes Bohle (Europa-Universität Flensburg).

Die virtuell abgehaltene Ringvorlesung richtet sich an Studierende der Fakultäten SLK und PKGG der Universität Regensburg, an die Fachöffentlichkeit in Regensburg sowie alle weiteren Interessierten.

Programm