Fokus Minderheiten: Interferenzräume? Kateřina Tučková und Slobodan Šnajder im Gespräch mit Hans-Christian Trepte

12.11.2020, 19:30 Uhr

Literaturhaus Leipzig – Haus des Buches
Gerichtsweg 28 04103 Leipzig

Kooperationspartner: Deutsches Kulturforum östliches Europa, Literaturhaus Lepizig

Für Kateřina Tučková war es ein „Schock“, von der gemeinsamen deutsch-tschechischen Vergangenheit Ihrer Geburtsstadt Brünn/Brno zu erfahren, die der „Brünner Todesmarsch“ jäh beendete: In der Besatzungszeit durch Nazideutschland gedemütigt, unterdrückt, tyrannisiert, versuchten die Tschechen, sich der Deutschen so schnell es geht zu entledigen. Diese Geschichte macht Tučková am Einzelschicksal von Gerta, der Titelfigur ihres Romans, fest und gibt „Interferenzräumen“ ein konkretes Gesicht.

Der kroatische Schriftsteller Slobodan Šnajder hält die ambivalente Verbundenheit mit zwei Kulturen am Beispiel seiner eigenen Familie fest. Seine Authentizitätbezieht Šnajders Roman Die Reparatur der Weltdurch die Quellen – Gespräche mit den Eltern, den familiären Nachlass.Kateřina Tučková und Slobodan Šnajder lesen Auszüge aus ihren Romanen und versuchen Interferenzräume im deutsch-tschechischen und deutsch-südosteuropäischen Kontext zu beschreiben – geht es um Parallelität, Verschmelzung, Doppelung?

Anmeldung: kontakt@literaturhaus-leipzig.de

Kateřina Tučková (* 1980 in Brünn/Brno) ist Schriftstellerin, Dramatikerin, Publizistin, Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin.

Slobodan Šnajder (* 1948 in Zagreb) langjähriger Chefredakteur der Theaterzeitschrift Prolog, schreibt Prosa, Essays und vor allem  Theaterstücke. Seit 2001 ist er Intendant des Theaters derJugend in Zagreb/Kroatien.

Moderator Dr. Hans-Christian Trepte ist Slawist und Anglist. Er war langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Slawistik der Universität Leipzig mit dem Schwerpunkt westslawische Literaturen und Kulturen und arbeitet als Übersetzer polnischer Literatur.

Veranstaltungs-Flyer

Veranstaltungsreihe auf der Website des BKGE