„Die Wolga teilte die Welt in zwei Hälften.“ Lesung und Gespräch mit Gusel Jachina und Helmut Ettinger – Georg Dehio-Buchpreis 2020

24.11.2020, 19:30 Uhr, Literaturhaus Berlin Fasanenstraße 2310719 Berlin

Kooperationspartner: Literaturhaus Berlin, Deutsches Kulturforum östliches Europa

In ihrem Roman Wolgakinder (2019, im russischen Original Deti moi, 2018) versetzt Gusel Jachina ihre Leserinnenund Leser in die Zeit der 1910er bis 1930er Jahre im Wolgagebiet. Mit großer Fabulierkunst erzählt sie die Geschichte der Wolgadeutschen als literarisches Epos; sie wählt dabei die Perspektive eines Dorfschullehrers, der in den Revolutionswirren Witwer wird und in den Jahren des stalinistischen Terrors seine Kinder durchbringen muss. Damit erschließt sie für die russische Literatur ein Thema, das darin bisher kaum literarisch bearbeitet wurde. Und sie behandelt dieses Thema auf originelle Weise, indem sie den Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und Erbe am Schicksal einer ungewöhnlichen Familie nachgeht. Damit gelingt es der Autorin, die Veränderungen und Gewalterfahrungen, denen die Minderheit der Wolgadeutschen in der Frühphase der Sowjetunion ausgesetzt ist, auf unverstellte Weise zu zeigen.

Anmeldung: www.literaturhaus-berlin.de

Gusel Jachina, (* 1977 in Kasan, Tatarstan), russische Autorin und Filmemacherin tatarischer Abstammung, ist Germanistin und Anglistin. Ihr Roman Wolgakinder wurde bereits in 14 Sprachen  übersetzt. 2020 wurde sie für den Roman mit dem Georg Dehio-Buchpreis ausgezeichnet.

Dr. Helmut Ettinger (* 1951) ist Dolmetscher und Übersetzer für Russisch, Englisch und Chinesisch. Übersetzer u.a. von Polina Daschkowa, Darja Donzowa und Michail Gorbatschow. 2020 erhielt er für seine deutsche Übersetzung von Wolgakinder den Georg Dehio-Buchpreis.

Moderatorin Dr. Silke Pasewalck ist Literaturwissenschaftlerin.  Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Gegenwartsliteratur, insbesondere in Hinblick auf Erinnerungs- und Alteritätsdiskurse. Sie arbeitet am BKGE in Oldenburg.

Veranstaltungsflyer

Veranstaltungsreihe Shared Heritage – gemeinsames Erbe. Kulturelle Interferenzräume im östlichen Europa als Sujet der Gegenwartsliteratur auf der Website des BKGE