Europa im Kleinen? Die Bukowina als multiethnische Kulturlandschaft und »verlorene Heimat«

ab 15.2.2021, Bukowina-Institut Augsburg

Buko…? – wie war das nochmal? Die Bukowina ist Ihnen kein Begriff? Keine Sorge, denn unsere Dauerausstellung in den Räumen des Bukowina-Instituts an der Universität wird Ihnen die Augen für eine vielfältige aber auch unbekannte Gegend öffnen.

Erleben Sie die Geschichte dieser historischen Region von den Habsburgertagen über die schweren, von Flucht und Vertreibung geprägten Zeiten in den beiden Weltkriegen bis hin zur heutigen Situation.

Lassen Sie sich in eine andere Zeit entführen und begeben Sie sich auf eine Spurensuche durch die religiöse, sprachliche und ethnische Vielfalt der Region. Von historischem Kartenmaterial, alten Fotografien, aber auch Gegenständen aus dem alltäglichen Leben und den dazugehörigen Lebensgeschichten ist alles dabei – und das für Jeden.

Eine Ausstellung, die man mit allen Sinnen erleben kann – lauschen Sie den Erzählungen von Zeitzeug*innen an unseren Hörstationen, betrachten Sie die vielseitigen Exponate oder machen Sie einen Spaziergang durch das Habsburger Czernowitz (ukr. Černivci), indem Sie den Straßen auf unserem begehbaren Stadtplan folgen.

Also los – wieso weit in die Ferne schweifen, wenn „Europa im Kleinen“ doch so nah ist!

Die historische Region Bukowina gehört heute zu zwei Ländern, die innerhalb und außerhalb der Europäischen Union liegen: Die nördliche Bukowina (ukr. Буковина) gehört zum ukrainischen Bezirk Černivci (ukr. Чернівецька область) und die südliche Bukowina (rum. Bucovina) liegt im rumänischen Kreis Suceava (rum. Județ Suceava). Im Laufe des letzten Jahrhunderts wechselte sie mehrfach ihre politische Zugehörigkeit. Dadurch änderten sich auch für die dort lebende Bevölkerung die Lebensumstände.

Die neue Dauerausstellung des Bukowina-Instituts Europa im Kleinen? Die Bukowina als multiethnische Kulturlandschaft und »verlorene Heimat« präsentiert die unterschiedlichen Facetten der multiethnischen Region: So erzählt sie die Geschichte der religiösen, sprachlichen und ethnischen Vielfalt, als sie Teil des Habsburger Imperiums war, und berichtet über das reiche literarische Erbe. Sie erzählt davon, wie sich dort seit dem 18. Jahrhundert eine große Zahl an Zuwandernden ansiedelte und sich später, im »Zeitalter der Extreme«, die Migrationswege ins Gegenteil verschoben und die Bukowina zu einem Ort der Gewalterfahrung und von Flucht und Vertreibung wurde.

Die Ausstellung rückt die Geschichte der Bukowina ins Zentrum und nähert sich dabei besonders den Themenbereichen Migration und Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft sowie Entwurzelung und Heimatverlust an. Dadurch bietet sie die Möglichkeit, an zahlreiche Erfahrungen in unserer heutigen Gesellschaft anzuknüpfen. Begleitet wird die Ausstellung von einem abwechslungsreichen Führungsprogramm und Workshops.

Die Ausstellung kann während unseren regulären Öffnungszeiten und jeden ersten Sonntag im Monat (außer an Feiertagen) zwischen 14:30 Uhr und 17:00 Uhr besucht werden.
Aktuelle Informationen erhalten Sie stets auf unserer Homepage und unseren Social-MediaKanälen. 

Website der Ausstellung